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Artikel von Dr. Adam in der NW Gesund v. 21.12.07 PDF Drucken E-Mail
Artikel von Dr. Adam in der NW Gesund v. 21.12.07:
Diabetes behandeln - Klimaschutz für unseren Körper


nw_gesund_diabetes_100.jpg1922 litt der dreizehnjährige Leonard Thompson in Toronto an einer Erkrankung, die ihn völlig auszehrte. Mit dem Blut durchströmten seinen geschwächten Körper enorme Mengen Zucker.Doch noch bevor der Leben spendende Betriebsstoff zu seinen Muskeln gelangte, schied der Junge den Zucker mit dem Harn ungenutzt wieder aus. Denn ihm fehlte ein winziges Eiweiß.
Das hatte im Jahr zuvor der junge kanadische Arzt Frederick Banting nach mäßiger Ausbildung, aber mit Hilfe einer genialen Idee, entdeckt.
Er erkannte:
Ohne Insulin schafft es der Zucker nicht bis in die ausgezehrten Organe.
Leonard Thompson starb nicht, wie alle Menschen mit Typ 1 Diabetes zuvor, sondern nahm als erster Patient rasch wieder an Gewicht zu.
Unmäßiger Durst und Harnflut verschwanden.
Die Welt war begeistert und der Nobelpreis für Medizin im nächsten Jahr vergeben.
Heute, über 80 Jahre später, ist der jugendliche Typ 1 Diabetes leider immer noch nicht heilbar.
Doch die filigrane Therapie bietet große Möglichkeiten.
So lief beispielsweise 1999 ein Hermannsläufer mit seiner Insulinpumpe über den Zielstrich – als Sieger!
Doch neben dem völligen Ausfall der Bauchspeicheldrüse mit seinen dramatischen Folgen macht uns heute viel häufiger das schleichende allmähliche Nachlassen der Insulinwirkung zu schaffen.
Höheres Lebensalter, Bewegungsarmut und Kalorienintoxikation verursachen einen allmählichen Klimawandel in den Blutgefäßen mit langsam steigenden Blutzuckerwerten.
Dieser scheinbar gemütliche Alterszucker führt anfangs unmerklich zu Schäden an der feine Netzhaut der Augen, am empfindlichen Filter der Nieren, im komplizierte Stoffwechsel unserer langen Nervenbahnen und an der dünnen Innenauskleidung unserer Gefäße.
Manchmal kann sogar ein Herzinfarkt erster Hinweis auf einen unentdeckten Diabetes sein.
Mit einem regelmäßigen Gesundheitscheck beim Hausarzt ab dem 35. Lebensjahr haben wir die Chance, rechtzeitig die Weichen zu stellen.
Außerdem sollte während der Schwangerschaft ein Zuckerbelastungstest erfolgen, wenn der mütterliche Organismus mit dem ungeborenen Kind bis zu dreimal mehr Insulin benötigt.
Ist die Bauchspeicheldrüse überfordert, so schädigen unmerklich erhöhte Blutzuckerspiegel das Ungeborene mit der Folge von schweren Geburtskomplikationen oder Entwicklungsstörungen für das Kind.
Acht Millionen Diabetiker allein in Deutschland und eine erwartete weltweite Verdoppelung bis zum Jahr 2035 machen deutlich:
Diabetes ist kein Einzelschicksal. Betroffene brauchen nicht nur Ratschläge, sondern Unterstützung aus ihrem Umfeld und vor allem eine gute praktische Schulung in Hausarztpraxen, Diabetologischen Schwerpunktpraxen oder Schulungsvereinen.
Dann ist die Grundlage für einen selbstbestimmten informierten Umgang mit dem Diabetes gelegt.
Nach der Schulung bleibt der regelmäßige Kontakt zum behandelnden Arzt oder Ärztin und anderen im Behandlungsteam entscheidend.
Von einem gesunden Klima für unsere Gefäße sind wir in Deutschland noch weit entfernt.
Waren Menschen mit der Veranlagung zum Typ 2 Diabetes während der Steinzeit ein Erfolgsmodell, denn sie nahmen als Jäger und Sammler besonders schnell an Gewicht zu und überlebten deshalb in Hungersnöten, so leiden diese Menschen heute am meisten unter unserer trägen Konsumflut, umgeben von süßen Fettigkeiten.
Wir warten deshalb ungeduldig auf eine leicht verständliche Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel.
Bewegungsarmut und übermäßige Gewichtszunahme bei Kindern und Jugendlichen führt uns vor Augen, wie früh und nachhaltig Lebensstil und Gesundheitsverhalten geprägt werden und damit Grundlagen für die nächste Generation Diabetiker gelegt sind.
In der Stadt warten reichlich gute Angebote, die hervorragend Antwort geben auf die Frage:
Wie gehen wir fürsorglich mit unseren Kindern und Jugendlichen um?
Den Diabetes in die Hand nehmen.
Klimaschutz für unseren Körper – Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter.

(Langversion)

 
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